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Ein neuer mit vielen Fragen

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29.03.15, 13:07:55

Müschi

geändert von: joehau - 29.03.15, 14:41:24

Hallo Blankwaffen - Freunde,

Ich heiße Stefan, bin 32 Jahre alt und komme aus Wernigerode.

Ich habe mich hier im Forum angemeldet, da ich gerne etwas über meinen Säbel in Erfahrung bringen möchte.

Ich würde gerne das Herstellungsjahr wissen, wo oder wofür er hergestellt wurde, ist es ein
"echter" Säbel und was ist das gute Stück in etwa wert. (wobei er auf keinen fall verkauft wird)

Vielleicht kann mir hier ja jemand eine genaue Auskunft über das gute Stück geben.

Ich habe etwas den wirklich schlechten Farbanstrich entfernt um die Nummern sichtbar zu machen.

Möchte ihn demnächst wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Bin für jede info dankbar.

29.03.15, 13:09:10

Müschi

geändert von: Müschi - 29.03.15, 19:32:04

noch ein foto..


Länge der Klinge 86cm
Höhe der Klinge am Griff 28mm
31.03.15, 12:41:15

Koppel1944

geändert von: joehau - 01.04.15, 01:28:41

Hallo,

das ist ein KS52, mit Schörklinge auch 52/79 genannt, Hergestellt wurde er 1914, und dann nach dem 1WK in der Reichswehr weiterverwendet, siehe den Truppenstempel! Die Außen Mutter der Fingerschlaufe sieht ergänzt aus. Der Korb wurde mit Silberbronze gestrichen, ist schwierig abzubekommen, da must vorsichtig sein, sonnst machst mehr kaputt. Ebenfalls wurde die Scheide dick nachgestrichen, darunter sind Rostärbchen zu erkennen! Einmal verbastellt kannst das nicht mehr rückgängig machen!
31.03.15, 12:53:06

Spartaner545

geändert von: Spartaner545 - 31.03.15, 13:21:15

Hallo,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum.

Zu deinem Säbel.

Du hast da einen preussischen bzw. deutschen Kavalleriesäbel M/52 aus der Zeit um 1914.
Der Säbel trägt die Klinge mit Steckrücken und hat eine Scheide mit nur einem Tragering. Diese Änderung haben die Säbel M/52 1879 durchgemacht, weshalb der Säbel in dieser Variante unter Sammlern auch als 52/79 bezeichnet wird.

Deine Version des M/52 dürfte ein "Wachtmeister-Säbel M/52" sein. Also ein Stück, dass etwas leichter gehalten war als der reguläre Mannschaftssäbel.

Der Stempel auf dem Klingenrücken bedeutet, dass dein Säbel 1914 in Besitz des Staates überging. Daher lässt sich das Produktionsjahr auf ca. 1913 oder 1914 datieren.

Die anderen Stempel auf dem Korb und der Scheide sind Truppenstempel die angeben bei welchem Regiment dein Säbel bzw. die Scheide im Einsatz waren.

Der Truppenstempel auf dem Gefäß kann ich nicht auflösen, der auf der Scheide steht für ein Reiterregiment der Reichswehr. Zumindest die Scheide wurde also nach 1918 noch weiterverwendet.

Ich hoffe, dass du mit den Infos etwas anfangen kannst. Ansonsten findest du unter Kavalleriesäbel 52 oder 52/79 noch viele andere Infos im Netz oder hier im Forum.


Beste Grüße

Vincent

PS: Koppel war wohl schneller :-)
31.03.15, 16:19:02

ulfberth

geändert von: joehau - 01.04.15, 01:53:07

Wie schon geschrieben handelt es sich um einen preußischen Kavallerie-Offizier-Säbel (K.O.S.).
Der Zusatz "M/1852" oder "M/52" findet 1914 bereits keine Verwendung mehr. Ebenso kommt beim
K.O.S. der Zusatz "52/79" nicht vor.

Die beiden Truppenstempel stammen aus der Reichswehr:

1/R.R.12.2. steht für die 1. Eskadron des Reiter-Regiments 12, Waffe 2.

S.A.4.F.6. steht für Sanitäts-Abteilung 4, Sanitäts-Fahrpersonal, Waffe 6.

Gruß

ulfberth

31.03.15, 19:22:03

Fixtual

geändert von: joehau - 01.04.15, 01:52:34

Hi

Ich würde ihn so lassen, bevor ich ihn unsachgemäß kaputt machen würde. Fotos sind zwar nicht
der wirklich blick, aber sieht soweit recht dekorativ aus und einsetzen willst ihn vermutlich nicht?

:D
31.03.15, 20:17:00

Müschi

geändert von: joehau - 01.04.15, 01:51:55

Vielen Dank erst mal für die vielen Antworten mit sehr guten Infos.

Der Säbel ist tatsächlich noch im "Einsatz"

Ich wurde zum 2. Kommandeur in unserer Schützengesellschaft befördert und werde den Säbel
zum Schützenfest usw. tragen.


Da der "Stifter" des Säbels mitlerweile verstorben ist, hatten wir keinerlei infos zur
Herkunft bzw. zum früheren Einsatz.

Mein Vater war vor ca. 15 Jahren der erste, der den Säbel nach langen "Winterschlaf"
tragen durfte. Und da wurde er vom ehemaligen Besitzer noch schnell mit schwarzer Farbe
und Silberbronze bestrichen ...
Ergebniss: nicht so toll...

Ich bin jetzt der 4. Besitzer seit Stiftung und möchte ihn nun richtig herichten, damit
er noch min. 100 Jahre getragen werden kann und auch mal Regen usw. aushält.

Die Scheide habe ich mittlerweile komplett von Farbe befreit. Konnte man quasi mit
dem Fingernagel abziehen. Original war es scheinbar mal brüniert.

Bin am überlegen ihn professionell Pulverbeschichten zu lassen.



31.03.15, 21:51:17

ulfberth

geändert von: ulfberth - 31.03.15, 22:40:42

Ich habe mir den Säbel gerade bei Facebook angesehen. :D

Und - keine schlechte Verwendung für ein solches Stück. Vor allem, wenn sich seine Geschichte etwas erklären läßt.

Läßt sich der obere Stempel auch lesen?

Gruß

ulfberth
01.04.15, 01:48:51

joehau

geändert von: joehau - 01.04.15, 01:49:09

Zitat von Müschi:
...
Bin am überlegen ihn professionell Pulverbeschichten zu lassen.


Von einer Pulverbeschichtung rate ich dringend ab. Die restliche Silberbronze kannst
Du wahrscheinlich mit Verdünnung und einem Lappen oder feiner Stahlwolle entfernen.
Wenn nicht alles abgeht, ist das auch nicht so schlimm.

Danach kannst Du den Säbel leicht einölen und fertig ist er. Dann ist er weitgehend
wieder in dem Zustand, wie vor 100 Jahren !

Mit der Pulverbeschichtung wäre der Originalzustand nachhaltig zerstört.

01.04.15, 14:57:16

Müschi

geändert von: Müschi - 01.04.15, 15:00:42

Zitat von ulfberth:
Ich habe mir den Säbel gerade bei Facebook angesehen. :D




Ja auf der Schützengesellschaft Facebookseite sieht man ihn im "Einsatz"

Im Internet bleibt nix geheim :D


Die obere Nr. auf dem Handschutz kann ich leider nicht mehr entziffern. ? . F . A . ? . ?








 
 
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